Wie mache ich Bogensportfotos?

Immer wieder gibt es beim Bogenschießen besondere Momente, die es wert sind, fotografisch festgehalten zu werden – sei es die konzentrierte Haltung eines Schützen oder die besondere Atmosphäre eines Parcours. Doch ein gutes Motiv allein macht noch kein gutes Foto. Gerade bei Aufnahmen von Bogenschützen ist es oft gar nicht so einfach, eine ansprechende Perspektive zu finden, den richtigen Moment zu erwischen und dafür zu sorgen, dass die abgebildeten Personen und die Umgebung gut erkennbar sind. Dabei muss niemand Profi in der Fotografie sein. Schon ein paar einfache Grundregeln können dazu beitragen, dass aus einem Schnappschuss ein Bild wird, das man gerne zeigt und betrachtet.

Will man halbwegs gute Fotos machen, sollte man einige Grundregeln und Tricks beherzigen. Da heutzutage auch Handykameras schon so gut sind, dass man damit auch ein Titelfoto für beispielsweise unsere Zeitschrift schießen kann, hat fast jedermann das nötige Equipment immer dabei. Echte Profis werden darüber nur schmunzeln können; aber sei´s drum.

Licht und Schatten

Schießt man bei schönem Wetter beispielsweise im Wald, wird man immer einen starken Schatten haben. Macht man dann Fotos gegen die Sonne oder den hellen Hintergrund, wird bei der automatischen Einstellung der Handy- oder Kompaktkamera der Schütze stark abgedunkelt und man kann ihn fast nicht mehr erkennen.

Schützin im Schatten:
Dabei ist sie fast nicht mehr zu erkennen.
Schützin im Licht
Dabei kann man alle Details erkennen.

Parcoursfotos

Will man einen Eindruck von einem Parcours festhalten, dann vermittelt sicher nicht ein einzelnes 3-D-Ziel diesen. Also muss man sich überlegen, wie man einzelne Schuss-Situationen darstellen kann. Will man einen tollen Schuss über 50 Meter fotografieren, hat man das Problem, dass das Ziel am Foto fast nicht mehr auszumachen ist. Also muss man wesentlich näher gehen. Weitwinkelobjektive, wie bei einem Handy, vermitteln auch bei kürzeren Entfernungen einen Eindruck von Weite. Ist dann auch noch ein Schütze mit seinem Bogen auf dem Bild, wird es noch „dramatischer„. Aber Achtung: Gute Fotos gelingen in der Regel nur, wenn man die Situation stellt, also der Schütze nur aufzieht und nicht schießt. Will man nur einen Schnappschuss machen, wird das in der Regel nichts.

Parcoursfoto Entfernung rd. 30 Meter:
Das Ziel ist am Bild fast nicht mehr zu sehen.
Parcoursfoto Entfernung rund 20 Meter:
Man geht einfach näher und das Ziel scheint am Bild immer noch weit weg zu sein.

Fotos von Schützen

Will man einen Schützen gut ins Bild rücken, wird das mit Schnappschüssen in der Regel nichts. Nur Profis mit auch wirklich professioneller Ausrüstung gelingt das, weil sie Unmengen von Bildern von einer Situation schießen können und dann das Beste auswählen.

Ein Amateur mit Handy oder Kompaktkamera sollte daher eher gestellte Bilder machen. Der Schütze zieht einfach auf, schießt nicht und man kann dann einige Fotos schießen. Dabei sollte man aber darauf achten, dass auch die Technik stimmt. Stand, Auszug, Anker sollten bei Totalaufnahmen stimmen.

Ein schönes Mädchen alleine genügt nicht. Bei Agenturfotos, die rein fototechnisch super aufgenommen wurden, kann man des Öfteren sehen, dass die Herrschaften vom Bogenschießen keine Ahnung hatten. Leider können wir solche Bilder aus lizenzrechtlichen Gründen nicht zeigen.

Auch wer einen Schnappschuss nach dem Lösen macht, sollte darauf achten, dass die Hand nicht weit weg vom Gesicht oder auf der Brust ist. Das Foto mag zwar toll aussehen, der Bogenfachmann wird aber sofort die falsche Technik sehen. Auch in Publikationen (Zeitschriften, Prospekten oder Foldern) wird das sehr oft übersehen.

Wird jemand von der Seite fotografiert, sollte das Gesicht zu sehen sein. Ein Rücken kann zwar entzücken, macht aber nur Sinn, wenn man eine tolle Stimmung einfangen und nicht den Schützen abbilden will. Steht der Schütze im Mittelpunkt, ist auf eine richtige Schusstechnik zu achten. Keine Rückenspannung, kein sauberer Anker, kein richtiges T etc. sollten vermieden werden.

Noch eindrucksvoller sind Bilder schräg von vorne oder fast direkt von vorne. Dass dabei auf die Sicherheit besonders geachtet werden muss, versteht sich fast von selbst. Auch hier ist zu empfehlen, dass die Bilder gestellt werden. Auch kann man mehrmals aufziehen und jeweils ein oder zwei Bilder schießen. Auch sollte man darauf achten, dass der Schütze nicht in die Kamera schaut.

Am eindruckvollsten sind sicher Bilder aus unterschiedlichen Winkeln. Ist der Schütze auch noch durch Äste, Blätter oder hohes Gras teilweise verdeckt, kann das ebenfalls einen guten Gesamteindruck ergeben.

Schlechte Beispiele

Parcoursfoto Schnappschuss-Versuch:
Die Schützin ist noch nicht voll im Auszug. Schaut also nicht gut aus.
Schnappschuss beim Lösen:
Dabei sieht man die falsche Technik.

Gute Beispiele

Totale von der Seite:
Die Technik muss (z.B. das T) stimmen. Hier bei einem Bergabschuss.
Ungewöhnliche Winkel:
Das kann tolle Aufnahmen ergeben.
Ungewöhnliche Winkel:
Zusätzliche Äste oder Blätter machen die Aufnahme interessant.
Aufnahme schräg von vorne:
Hier muss auch auf die richtige Technik geachtet werden. Sollte aber nur gestellt sein.
Aufnahme von der Seite:
Man sollte das Gesicht sehen. Hier muss auch auf die richtige Technik geachtet werden.
Extrem von vorne:
Hier ist Vorsicht geboten und sollte nur gestellt werden.

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