Nullpunkt für Instinktivschützen


Für traditionelle Schützen, von denen sehr viele instinktiv schießen, ist das genaue Wissen um Meter nicht notwendig. Sie brauchen vielmehr nur wissen, ob sie in ihrem "persönlichen Schussbereich" liegen. Als persönlichen Schussbereich bezeichne ich den Bereich bis zum Nullpunkt. Dieser Nullpunkt ist der Schnittpunkt von Sehlinie und Flugbahn des Pfeiles. Er hängt vom Übungsaufwand des Schützen ab. Da die verschiedenen Flugbahnen im Unterbewusstsein durch intensives Training gespeichert werden, wird ein geübter Schütze seinen Nullpunkt weiter entfernt haben, als ein ungeübter oder Anfänger.

Wie stellt man diesen Punkt nun fest? Man schießt zuerst auf ein Ziel in 20 Meter Entfernung. Dabei ist ein exaktes und immer gleiches Release Voraussetzung. Um eventuelle Fehler zu korrigieren, sollte deshalb mehrmals geschossen werden. Stimmt die Höhe der Treffer bei der ersten Entfernung, verlängert man die Schussentfernung um 5 Meter. Diesen Vorgang wiederholt man so lange, bis man eine Entfernung gefunden hat, ab der alle Treffer zu tief liegen.

Um sicher zu gehen, sollte man den Nullpunkt auch im Gelände feststellen. Hier wird er unter Umständen etwas kürzer liegen. Mit einem Langbogen mit 60 Pfund und 11/32 Holzpfeilen liegt er bei mir zwischen 45 und 50 Metern. Hat man nun seinen Nullpunkt gefunden, muss man eigentlich nur mehr wissen, ob das Ziel innerhalb der persönlichen Schussentfernung oder außerhalb liegt. Wenn das Ziel außerhalb des eigenen Schussbereiches liegt, wird man unter normalen Umständen nicht treffen. Die Schüsse werden immer zu kurz sein. Um das auszugleichen, muss man etwas höher zielen. Instinktive Schützen brauchen nur etwas höher zu schauen. Man sucht sich einen Punkt über dem eigentlichen Ziel (z.B. die Rückenlinie der Tierscheibe). Auch dazu gehört Erfahrung, um den jeweiligen Wert richtig einzuschätzen.



Grobschätzung der Nullpunktentfernung

Wie kann ich nun die Entfernung im Gelände einschätzen? Normalerweise kann unser Unterbewusstsein auf Grund der Geländebeschaffenheit uns ein Gefühl für die Entfernung geben. Die relative Größe der Scheibe (z.B. 3-D Tiere, die ich kenne) Bäume etc. helfen uns dabei. Bei Entfernungen, die nicht eindeutig in meinem persönlichen Schussbereich liegen, muss ich eine Einschätzung der Entfernung machen. Eine einfache Variante besteht darin, die Entfernung in 5-Meter Teilstrecken zu zerlegen. Die Summe der Teilstrecken ergibt die Gesamtstrecke. Um Fehler zu vermeiden, kann man diese Unterteilung zum Ziel und ein zweites Mal vom Ziel zum eigenen Standpunkt durchführen.

Weite Entfernungen sind aber mit dieser Methode ein Problem. Um die Sache zu vereinfachen, teilt man die Gesamtstrecke in zwei, vier ev. sogar acht gleich lange Teilstrecken und beginnt erst jetzt mit der Einteilung in 5-Meter Abschnitte.

Sehr oft kommt es allerdings vor, dass es wegen der Geländebeschaffenheit nicht möglich ist, die gesamte Strecke bis zum Ziel einzusehen. Dann muss man zu kleinen Tricks greifen. Man sucht sich eine Entfernung, die der tatsächlichen Entfernung entspricht (Ersatzstrecke). Dabei braucht man nur einen gedachten Kreisbogen ziehen. Diese neue, einsehbare Strecke ist nun leichter zu beurteilen.


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