10 größten Fehler


6. Unterschiedliche Ankerpunkte


Beobachtet man Schützen auf Turnieren, sieht man die abenteuerlichsten Varianten eines Ankers. Da gibt es die Variante „Luftanker“. Dabei hat der Schütze mit der Zughand keinen Kontakt zum Gesicht. Dass hier immer ein anderer Auszug vorhanden ist, liegt auf der Hand. Weiters stimmen hier Sehlinie und Schussrichtung nicht mehr überein. Der Hinweis, dass Kyudo-Schützen auch nicht im Gesicht ankern, hinkt. Die Bogenschützen aus dem Land der aufgehenden Sonne haben wesentlich mehr Übung.

Eine weitere Variante ist der Wangen anker. Dabei gibt es nun zwei Unsicherheitsfaktoren. Zum einen ist es schwer, auf der Wange immer die gleiche Position zu finden, zum anderen ist die Sehne seitlich vom Gesicht. Damit gibt es auch eine horizontale Abweichung von Sehlinie und Pfeil.

Auch finde ich die Variante, den Daumen nach oben zu strecken, nicht optimal. Dabei ist es ebenfalls schwierig, die richtige Position zu finden und die Sehne möglichst nahe ans Auge zu bringen.

Fazit: Versuche einen Anker mit mehreren Referenzpunkten zu finden.



7. Schlechtes Release


Das Lösen des Pfeils auch Release genannt, ist eigentlich keine aktive, sondern eine passive Handlung. Man hört auf, etwas zu tun, nämlich die Finger gekrümmt zu halten. Dazu braucht man nur die Finger entspannen. Leichter gesagt als getan. Das Release ist für die Trefferlage von entscheidender Bedeutung. Macht man hier Fehler, wird der Pfeil nie dort treffen, wo man es eigentlich wollte. Und die Fehlermöglichkeiten sind hier schier unbegrenzt. Löst man aktiv, kann es passieren, dass die Hand nach dem Lösen mit gespreizten Fingern irgendwo neben dem Gesicht steht.

Die Richtung der Gedanken
Schützen, die versuchen, die Sehne zu lösen, indem sie ihre Finger bewusst öffnen, machen Folgendes. Sie richten ihre Ge

danken weg von der Rückenspannung hin zu den Fingern der Zughand. Durch diese bewusste Konzentration auf die Finger zum Lösen unterbricht man die flüssige Bewegung. Dabei verliert man die Rückenspannung. Das Ergebnis ist dann gut sichtbar. Die Finger sind unmittelbar nach dem Schuss weit gespreizt und die Hand ist irgendwo; teilweise vor, neben, hinter oder unter dem Gesicht.

Würde man sich nur auf die Rückenspannung bzw. auf das Ziehen konzentrieren, würde sich die Hand beim Lösen automatisch genau in die Gegenrichtung des Pfeilfluges bewegen. Die Hand steht dann nach dem Lösen – je nach individuellem Stil - irgendwo im oder hinter dem Gesicht. Wie weit ist eine persönliche Sache. Es muss aber immer gleich sein.

Fazit: Konzentriere dich NUR auf das Ausziehen (Rückenspannung).



8. Kein Nachhalten


Mit dem Abschuss des Pfeils ist der Schussprozess noch nicht abgeschlossen. Unter Nachhalten versteht man, dass man so lange in der Abschuss­position bleibt, bis zumindest der Pfeil das Ziel erreicht hat. Das ist deshalb so wichtig, weil man zum einen dabei den Bogen nicht schon vor oder während des Lösens absetzt. Zum anderen muss beim instinktiven Schießen der Pfeilflug beobachtet werden, damit sich die Flugbahnen für die einzelnen Entfernungen in das Unterbewusstsein einprägen.

Häufig kann man feststellen, dass die Schützen die Hand nach unten reißen, um zu sehen, wo sie getroffen haben. Keine Sorge: Auch drei Sekunden später sieht man das noch.

Fazit: Versuche einen Anker mit mehreren Referenzpunkten zu finden.



9. Nicht wissen, wie man zielt


Auf die Frage: „Wie zielst du?“, kommt meistens wie aus der Pistole geschossen: „Instinktiv!“ Bei genauerer Nachfrage stellt sich oft heraus, dass die Schützen selbst nicht genau wissen, wie sie zielen.

Weiß ich das nicht, ist es auch schwer, das Zielen zu üben. Wer z.B. nur glaubt, dass er instinktiv zielt, das aber in Wirklichkeit nicht tut, und Übungen macht, die auf das instinktive Zielen abgestimmt sind, wird logischerweise nicht den Erfolg haben, den er sich erhofft.

Deshalb ist es wichtig herauszufinden, bin ich:
- Systemschütze
- Instinktivschütze oder
- Gap Shooter

Fazit: Finde heraus, wie du wirklich zielst.



10. Kleine Fehleranalyse bei Fehlschüssen


Schießt man daneben, hat das einen Grund. Und deren gibt es viele. Um mit dem zweiten Schuss zu treffen, muss ich aber wissen, woran es gelegen hat. Dazu kann man sich mehrere Fragen stellen:

- War es ein technisches Gebrechen?
- War es ein Schussfehler?
- War es eine Fehleinschätzung der Situation?

Weiß man dann den Fehler, muss man beim nächsten Schuss eben darauf reagieren.

Beispiel: Wenn ich bei einer weiten Scheibe zu tief schieße, kann das zwei Ursachen haben. Zum einen könnte es der fehlende Auszug gewesen sein, zum anderen könnte ich aber auch die Entfernung (bewusst oder unbewusst) falsch eingeschätzt haben. Habe ich die Situation falsch eingeschätzt, schaue ich als Instinktivschütze etwas höher. Was macht der Laie? Er zieht stärker aus und zielt höher und schießt natürlich darüber.

Fazit: Analysiere jeden Fehlschuss und versuche die Fehler zu korrigieren.


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